2 Monate Aprilmädchen

Mit 2 Monaten

- wiegst du 4150 Gramm und bist 55 cm lang.
- lacht du fröhlich, sobald du angesprochen wirst.
- trägst du Windelgröße 2.
- konnte Mama die ersten Sachen aussortieren.
- liebst du die Tiere an deiner Activitydecke und freust dich nen Ast wenn du eins berührt und es rasselt oder klingelt.
- “erzählt” du bereits unendlich viel.
- badest du sehr gerne, nur anziehen danach fetzt nicht.
- warst du schon bei Mama im Büro und hast auch dort alle verzaubert.
- fährst du gern im Wagen spazieren oder lässt dich im Tuch in den Schlaf tragen.
- stillst du wie ein Profi.
- genießt du die Babymassage und staunst Bauklötze wenn die anderen Babys nacheinander anfangen zu weinen.
- bist du das 1. Mal allein in der Nonomo-Federwiege eingeschlafen.
- gehst du abends um 8 Uhr ins Bett und schläfst bis morgens um 4/5 Uhr.

Unglaublich wie unkompliziert unser kleines Mädchen ist. Sie ist wahnsinnig fröhlich und zeigt ihr Stimmchen nur, wenn sie Hunger hat und Mama nicht schnell genug reagiert. Wir versuchen die Zeit so gut es geht zu genießen, aber trotzdem hab ich das Gefühl die Tage vergehen viel zu schnell.

Geburtsbericht Aprilmädchen

Endlich komm ich dazu über die Geburt des Aprilmädchens zu schreiben. Kurz vorne weg: nichts lief so, wie ich mir das vorgestellt/gewünscht hatte.

Freitag, 25.04.2014
Ich bin bei ET+4 und habe am Vormittag einen Termin bei meiner Fr*auenärztin. Das CTG ist in Ordnung und sie gibt mir die Einweisung zur Einleitung im Krankenhaus. Ich soll mich Sonntag dort melden. Nach einer kurzen Heulattacke im Auto, fahre ich nach Hause und berichte Herrn B. Wir versuchen die Geburt einzuleiten und machen einen ausgiebigen Spaziergang auf den höchsten “Berg” (312 m) der Region inklusive Aussichtsturm. Danach belohnen wir uns mit einem Softeis. Am Abend genießen die Herzensfreundin, meine Mama und ich das ärztlich verordnete Glas Sekt. Als ich gegen halb elf ins Bett gehen will, bemerke ich eine Blutung. Ich rufe im Kreißsaal an und soll hinkommen und auch meine Tasche mitbringen. Ich informiere Herrn B. und wir machen uns auf den Weg.

Im Krankenhaus angekommen, werde ich erstmal untersucht und untersucht… Zuerst Ultraschall: wie immer Plazenta verkalkt, wenig Fruchtwasser und das Aprilmädchen wird auf 2550 Gramm geschätzt. Für mich ist das ein kleiner Schock, hatte doch der Arzt bei meiner Anmeldung vor 4 Wochen, die Maus bereits auf 2800 Gramm geschätzt. (Hier hatte ich noch Hoffnung wieder nach Hause zu dürfen.) Als nächste, soll ich noch auf den Stuhl, dieser ist aber anscheinend kaputt und lässt sich nicht verstellen, außerdem gibt es nicht genügend Licht. Also ziehen wir um und die Assistenzärztin ruft noch ihrer Chefin zu Rat.

Samstag, 26.04.2014
Die beiden Ärztinnen untersuchen mich, können aber nicht genau erkennen, was die Blutung verursacht. Der MuMu ist weich und finger durchlässig. (Hier hoffte ich dann, dass die Geburt eventuell jetzt gleich eingeleitet wird.) Die Stationsärztin macht nochmal einen Ultraschall und runzelt immer öfters die Stirn. Wir schreiben noch ein CTG und die Ärztin meint bereits, dass “Kindchen müsse bald kommen”. Ich bekomme schon mal den obligatorischen Zugang gelegt, ich geh heute nicht mehr nach Hause. Je länger das CTG schreibt umso runzliger wird die Stirn der Ärztin. Ich ahne bereits was nun folgt und kann gar nicht mehr richtig denken. Eigentlich hab ich nur noch Angst, Angst um mein kleines Mädchen. Schließlich fällt ihre Entscheidung: “Wir machen Sectio!” Ich bin wie gelähmt und halte dem herbei eilenden Anästhesisten nur noch die andere Hand hin für den nächsten Zugang. Mir werden noch Zettel gereicht, die ich unterschrieben soll. Der Anästhesist nimmt Herrn B. mit nach unten, beide machen sich für die OP bereit. Für mich ist das alles nur ein Film. Im nächsten Moment werde ich in ein OP-Hemd gesteckt und ebenfalls nach unten gefahren. Im KHS ist es still und man sieht niemanden. Darüber bin ich froh. Im OP wird die Spinalanästhesie gelegt und dann steht auch Herr B. wieder an meiner Seite. Ich bin nervös, gespannt und voller Angst um unser kleines Mädchen. Ich sage Herrn B., er darf sie auf keinen Fall aus den Augen lassen und sollte sie verlegt werden müssen, soll er auf jeden Fall mit. Die Minuten bis die Maus endlich da ist, erscheinen mir ewig. Ich hoffe so sehr, dass sie schreit und in Ordnung ist. 0:55 Uhr – Und dann ist der Moment gekommen, der erste zarte Schrei. Kurz wird sie uns gezeigt, eh sie untersucht wird. Ich kann den Moment gar nicht begreifen, da war tatsächlich ein kleiner Mensch in meinem Bauch und jetzt ist sie hier. Es ist alles in Ordnung, die Apgar-Werte sind spitze, unser Mädchen hat keine Anpassungsschwierigkeiten. Die Hebamme bringt sie uns zurück und ich darf kurz mit ihr kuscheln. 48 cm und 2560 Gramm – unser kleines Wunder.

Während ich wieder zusammen genäht werde, geht Herr B. mit der Hebamme und unserem Aprilmädchen in den Kreißsaal, zur U1 und zum Baden. Alles dran und alles gesund. Ich darf auch in den Kreißsaal und mein kleines Mädchen endlich in die Arme schließen, so weit das nun möglich ist, mit Zugängen in beiden Händen. Sie wird auch gleich angelegt und fängt promt an zu saugen. Die Hebamme fragt Herrn B., ob er mit da bleiben möchte und bietet uns eins der zwei Familienzimmer an. Herr B. möchte bleiben und ich bin so unendlich dankbar. Wir schlafen abwechselnd und staunen über dieses kleine Wunder in unseren Armen. So richtig begreifen können wir es wohl immer noch nicht. Gegen sechs Uhr ziehen wir um, auf Station, in unser Familienzimmer.

Wir blieben bis Donnerstag im KHS. Ich bin so dankbar für die Hilfe und Unterstützung von Herrn B. – der die ganze Zeit bei uns blieb und für unser Aprilmädchen da war, als ich es noch nicht konnte.

Wir waren gegen 23 Uhr im Krankenhaus und keine 2 Stunden später war unser Aprilmädchen bereits da. Dank guten und vielen Schmerzmitteln war diese Geburt rein körperlich, fast schmerzfrei für mich. Und ist auch gut verheilt. Emotional, hat es lange gedauert bzw. dauert die Heilung immer noch an. Gewünscht hatte ich mir eine natürliche, ambulante Geburt. Aber ich weiß, dass dieser Kaiserschnitt das Leben unseres Aprilmädchens gerettet hat. Die Plazenta hatte ihre Arbeit bereits eingestellt und hätte mein Mädchen während einer normalen Geburt nicht mehr versorgt. Ich bin froh, dass es uns beiden gut geht und trotzdem trauere ich um die Erfahrung, mein Kind selbst zu gebären.

1 Monat Aprilmädchen

1_Monat_AM

Ein Monat ist unser kleines Mädchen bereits alt und ich frage mich, wo ist die Zeit geblieben. Ich möchte gern versuchen einmal im Monat die kleinen, neuen Highlights hier zusammenzufassen.

Mit einem Monat

- bist du bereits 4 cm gewachsen und hast 1000 Gramm zugenommen.
- passt dir Größe 50 prima.
- trägst du Windelgröße 1.
- hast du bei der U3 geglänzt.
- bist du vom ersten Tag an hellwach und willst alles sehen und mitbekommen.
- hast du ganz niedliche Pausbäckchen, ein Doppelkinn und eine halbe Opaglatze.
- schläfst du Nachts bereits prima und willst maximal einmal stillen.
- lässt du dich gern herumtragen und schläfst am liebsten auf dem Arm ein.
- hast du deine Eltern vom ersten Moment an verzaubert.

Das tolle Bild von unserem Aprilmädchen in den Armen ihres Papas hat übrigens meine Freundin Suse gemacht.